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Wir, Claudia Simon und Kerstin Quitsch, Themenbeauftragte Kultur der PIRATEN Berlin, teilen die Befürchtungen von Herbert Mondry, Vorsitzender des Berufsverbands Bildender Künstler Berlin (BBK), im aktuellen Sondernewsletter (s.u.)

Die angeprangerten Pläne der Kulturverwaltung, die Atelierförderung in eine spartenübergreifende Stiftung zu überführen, mit der Möglichkeit der Öffnung des Atelierprogramms gegenüber der Kreativwirtschaft, sind ein neoliberales No-Go!

Unverständlich bleibt uns die augenscheinlich dramatische Personalknappheit in der Kulturverwaltung. Selbst bei Aussicht erhöhter Budgetierung im Haushalt wird gebetsmühlenartig daraufhingewiesen, den Aufwand nicht stemmen zu können. Wir glauben nicht, dass in dieser Situation die Abschaffung des unabhängigen, die Kultuverwaltung entlastenden Atelierbeauftragten eine Lösung ist. Im Gegenteil.

Die Vorschläge des Atelierbeauftragen Florian Schmidt in Bezug auf ein separates Raumprogramm für die Darstellenden Künste finden wir unterstützenswert. Beide Programme sollten sich allerdings nicht allein an den nominellen Sparten, sondern auch spartenübergreifend an den tatsächlichen Bedürfnissen der Kunstschaffenden an ihre Arbeitsräume orientieren.
Warum nicht die Kulturverwaltung durch eine zweite Raumbeauftragung weiter entlasten?

Als nächsten Schritt können wir uns dann die Etablierung von für die gemeinschaftliche Nutzung vorgehaltene technische Ressourcen auch für bildende Künstler*innen – über die bestehenden Angebote des BBK hinaus – vorstellen.  Im Sinne unseres Programms gehört für uns dann als nächster Schritt die Möglichkeit dazu, dass auch nicht-professionelle kulturschaffende Berliner*innen diese nutzen können.

Claudia Simon und Kerstin Quitsch

Sondernewsletter des BBK Berlin vom 31.03.2015:
„Information des bbk berlin an alle Künstlerinnen und Künstler:
 
Atelierförderung gefährdet !
 
 
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir wenden uns direkt an Sie, weil Sie am stärksten betroffen wären:
 
Ganz aktuell stellt die Senatskulturverwaltung sowohl die bisherige Atelierförderung als auch die Weiterarbeit des Atelierbeauftragten in Frage. Zwar will die Kulturverwaltung allgemein vom nächsten Jahr an neue Mittel für die Freie Kunstszene verfügbar machen, dabei aber die vom Abgeordnetenhaus definierte Zweckbindung des Atelieranmietprogrammes – nämlich dauerhafte Arbeitsräume für professionelle Bildende Künstlerinnen und Künstler zu schaffen – beenden. Statt dessen scheint der Kulturverwaltung vorzuschweben, zukünftig undefinierte Räume für „kreatives“ und „interdisziplinäres“ Arbeiten ohne klare Zielgruppe anzubieten. Ob darunter in Zukunft auch Ateliers für Bildende Künstler/innen mit klarer transparenter und fachkundiger Vergabe sein werden, bliebe dann künftig allein willkürlichen Entscheidungen von Verwaltungsmitarbeitern ohne spezielle Fachkenntnisse überlassen.
 
Der Atelierbeauftragte ist seit 1991 Teil des gemeinnützigen Kulturwerkes des Berufsverbandes Bildender Künstler Berlin. Seit dieser Zeit hat er hat den Auftrag und das Mandat der inzwischen fast 10.000 Bildenden Künstlerinnen und Künstler in Berlin, sie in allen ihre räumlichen Arbeitsgrundlagen betreffenden Fragen direkt zu vertreten und zu beraten. Genau darin liege aber das Problem, hören wir aus der Kulturverwaltung, der Atelierbeauftragte sei deshalb nicht neutral. Deshalb möchte die Kulturverwaltung ihn durch eine Art „Raumbeauftragten“ für „die Kreativen“ in Berlin ersetzen. Dieser soll dann nicht mehr den Künstlerinnen und Künstlern, sondern der Kulturverwaltung zuarbeiten. Dieser Beauftragte würde also nicht mehr die Interessen von Künstlerinnen und Künstlern vertreten, sondern die Interessen der Berliner Kulturpolitik und Verwaltung.
 
Kulturstaatssekretär Renner hat vielfach und glaubhaft seinen entschiedenen Willen erklärt, etwas für die Künstlerinnen und Künstler in Berlin tun zu wollen. Aber mitten im größten Ateliernotstand in Berlin den Atelierbeauftragten und das Atelierprogramm in Frage zu stellen, fügt den Bildenden Künstlerinnen und Künstlern nicht wieder gut zu machenden Schaden zu, ohne irgendeinen Nutzen für Künstlerinnen und Künstler anderer Sparten zu haben. Hier ist die Kulturverwaltung auf einem Irrweg.
 
Für den bbk berlin wird es also darum gehen, in weiteren Gesprächen mit Vertretern anderer Kunstsparten, der Kulturverwaltung und dem Abgeordnetenhaus zu gemeinsamen vernünftigen Konzepten zu kommen, wie die Arbeitssituation von Künstlerinnen und Künstlern in allen Sparten verbessert werden kann. Dafür bleiben aber zielgenaue und bedarfsgerechte Programme (wie das Atelieranmietprogramm) und spartenspezifische Partner (wie der Atelierbeauftragte) unbedingt notwendig!
 
Wir werden Sie über die Diskussion und ihre Ergebnisse auf dem Laufenden halten!
 
Mit freundlichen Grüßen
Herbert Mondry, Vorsitzender des bbk berlin
 
———————————————————————
Für weitere Informationen: Vermerk des Atelierbeauftragten im Kulturwerk des bbk berlin vom 13.03.2015:


bbk berlin e.V. | Köthener Str. 44 | 10963 Berlin | Tel. 030 – 230 899-0
HRB 15827, Amtsgericht Charlottenburg | USt-IdNr. DE136782248, St.Nr. 27/603/51270 Finanzamt für Körperschaften I | Geschäftsführer: Bernhard Kotowski, Egon Schröder
info@bbk-berlin.de
http://www.bbk-berlin.de

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