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„Phantasma und Politik #10

Das Recht der Kunst

Mit Borka Pavićević (Zentrum für kulturelle Dekontamination), Philipp Ruch (Zentrum für Politische Schönheit) und Jonas Staal (New World Summit) / Moderation: Patrick Wildermann

So unterschiedlich die Fälle im Einzelnen gelagert sind: Die öffentlichen Proteste und Auseinandersetzungen um Brett Bailey, Dries Verhoeven oder das Zentrum für politische Schönheit lassen erkennen, dass als „radikal“ sich verstehende Künstler – letzterzeit öfter? – mit dem Problem konfrontiert sind, moralisch tabuisiert oder sogar auf strafrechtlichem Weg belangt zu werden. Ist es berechtigt, von Zensur zu sprechen, wenn Menschen und soziale Bewegungen gegen Arbeiten vorgehen, von denen sie sich symbolisch verletzt und angegriffen sehen? Deutet die Heftigkeit solcher Auseinandersetzungen auf eine grundsätzliche Veränderung des Verhältnisses zwischen Kunst und Gesellschaft hin? In der zehnten Ausgabe der diskursiven Reihe „Phantasma und Politik“ sind Philipp Ruch (Zentrum für Politische Schönheit), Borka Pavićević (Zentrum für kulturelle Dekontaminierung), Jonas Staal (New World Summit, Artist Organisations International) zu Gast.“

HAU1, Hebbel am Ufer 18. Februar 2015 19:00 Uhr http://www.hebbel-am-ufer.de/programm/spielplan/2015-02/#2015_02_19

Zusammenfassung der Veranstaltung von Peggy Sylopp:

Diese Zusammenstellung der Gäste sehr unterschiedliche Welten von politischen Handeln von Künstler*innen.

Bork Pavićević sprach von ihrer Arbeit im Serbien, von Komplexitiät von Nationalismus, Xenophobia, Intoleranz, Hass and Angst.  Als in einem ehemaligen Kriegsgebiet arbeitende  thematisierte sie sie auch den Zuschauer und die Verantwortung. Sie warnte davor, dass dieser Krieg überall in Europa möglich sei. Nobel sei es, selbstlos zu handeln. Kunst könne für die Veränderung der Gesellschaft und in den einzelnen viel beitragen. In dem Recht, das vom Staat vertreten wurde, sieht sie für die Kunst keine Beschränkung.

Jonas Staal orgnaisierte den New World Summit und thematisiert mit dieser Aktion die Staatenlosigkeit von Flüchtenden und ihre damit verbundene Macht- und Rechtlosigkeit. Skulptural inszeniert er Fahnen von nicht anerkannten politischen Staaten. Schön auch seine Aktion, bei der er Geert Wilders (Partif vor de Vrijheit) als Verkehrstoten inszenierte. Er wurde zwar nach einer Anzeige frei gesprochen, leider hatte dieses Woodoo nicht gewirkt. D

Eingängig und weniger komplex war der Beitrag von Philipp Ruch. Er wiederholte in seinem Vortrag immer wieder, dass die Kunst frei sei. Einen besonderen Schwerpunkt legte er darauf, dass Schönheit auch darin läge, Menschen zu retten und das eine Maßnahme der Kunst sein könne. Auch Amnesty International könne mehr machen um Menschenleben zu retten. Auch kritisierte er die schwule Online-Dating Aktion von Dries Verhoeven, die bei der Aufführung unterbrochen werden müsse. Allerdings nicht, wie von Ruch behauptet, auf Anlass der HAU-Leiterin Vanackere, sondern auf Vorschlag von Verhoeven, wie er später als Kommentar aus dem Publikum richtig stellte. Ruck habe seine Angaben „irgendwo“ gelesen.

Letztlich kreiste die Diskussion darüber, was als „Recht der Kunst“ in Abgrenzung zu der populistischen Aussage der „Freiheit“ der Kunst zu verstehen sei. So wurde das Recht, das von Gesellschaft zugesprochen wird unterschieden von dem, was durch den Staat als Konstrukt vorgegeben wird. Einig waren sich alle Vortragenden darin, dass staatliches Recht für Kunst keine Beschränkung darstelle solle, wenn dadurch Leben gefährdet seien oder geopfert würden.

Quellen:
http://en.wikipedia.org/wiki/Borka_Pavi%C4%87evi%C4%87 (leider der deutschen Wikipedia keinen eigenen Artikel wert)
http://cabinetmagazine.org/issues/2/culturaldecontamination.php
http://www.kreuzhainer.de/kultur-leben/der-gau-des-theaters-hau/
http://www.jonasstaal.nl/
http://weblogs.nrc.nl/cultuurblog/2010/09/22/hoge-raad-spreekt-kunstenaar-jonas-staal-vrij/

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