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Wir waren am 4. Dezember 2013 bei der BBK- Mitgliederversammlung und haben einige Notizen für Euch gemacht:


*Daniel Ris von „Art but Fair“*

– Seinen Master schrieb er über „Unternehmensethik für Kulturbetriebe am Beispiel öffentlich-rechtlicher Theater“

– Sören Fenner von „Art but Fair“ wurde darauf aufmerksam und fragte ihn, ob er nicht mitmachen will.

– Entwicklung von „Art but Fair“: Johannes Maria Schatz, Theologe und Musical-Autor, konnte nicht mehr ertragen, was seine Freundin als Darstellerin in Gagenverhandlungen erleben musste. Er eröffnete eine Facebook-Seite darüber, die sich rasend schnell zur Klagemauer und Anklagemauer entwickelte.

– Was können wir tun, um aus der Opfer-Rolle herauszukommen?

– Es begann eine partizipative Entwicklung zu „Art but Fair“.

– Die bekannte Mezzo-Sopranistin, Elisabeth Kulmann, engagierte sich und erzählte aus ihren eigenen Erfahrungen.
– Durch ihren Einsatz wurde das Argument entkräftet, dass sich nur erfolglose Künstler_innen der Initiative anschließen würden und dass die Künstler zu recht nichts verdienen, da sie nichts könnten.
– Als freiberufliche Solistin bekam sie zu Beginn ihrer Karriere bei den Salzburger Festspielen, 1/3 weniger, als Chormitglieder, die gewerkschaftlich vertreten nach Tarif bezahlt wurden.
– Dann wurden bei den Salzburger Festspielen die Probengagen gestrichen. Nur für die gespielten Vorstellungen wurden Honorare bezahlt. 273 der freiberuflichen Künstler haben sich das gefallen lassen. Elisabeth Kuhlmann nicht.

– Ein neuer Zuspruch für „Art but Fair“ mit mittlerweile 15.000 FB Unterstützern.

– Daniels Ansatz für die Initiative: die Unternehmensethik in Kulturbetrieben.
– angefangen bei einer Selbstverpflichtung (nichts juristisches, kann aber eine starke Wirkung entfalten. Bei Person, Unternehmen, Organisationen, Verbänden)
– Ziele und Bestandteile der Selbstverpflichtung sollten definieren und durch Partizipation der Künstler angepasst werden.
– Kontrolle der Unterzeichner der Selbstverpflichtung durch regelmäßige Veröffentlichung von Berichten.

– Entwurf „Goldene Regeln des künstlerisches Schaffens“, Selbstverpflichtung (Siehe http://www.artbutfair.org)

– Keine rein monetäre Betrachtung, sondern auch moralisch-gesellschaflich verantwortliches Handeln.

– Im Sommer Vereinsgründung zur Demokratisierung und Finanzierung.

– Zukunft: Mit Stiftungsförderung „Art but Fair“- Consultations: Interviews und Gespräche mit Künstlern, Theaterleitern, Kulturpolitikern, Agenturen und Hochschulen.
– Was sind die Misstände? Was muss geändert werden, um ein gerechtes Zusammenarbeiten möglich zu machen?

-Änderung des Namens „Goldene Regeln“ zu „Art but Fair Verpflichtung“, entsprechend jeder Zielgruppe mit entsprechenden Formulierungen

– Daniel liest Auszüge aus den Selbstverpflichtungen vor: für Künstler, für Intendanten, für Kulturpolitiker

– Exkurs: Förderung von Häusern, Theatern ursprünglich als Schutz vor dem Markt. Problem bei Theatern: Budgets im besten Fall nominell eingefroren. Tarife steigen für 80% der angestellten Mitarbeiter. Bei gleichbleibendem Etat wird das Geld für die Kunst und die freiberuflichen darstellenden Künstler immer weniger. Festangestellte Ensembles wurden immer kleiner, Zahl der gespielten Vorstellungen ist allerdings gestiegen. Theater versuchen sich zu retten, indem sie immer mehr produzieren, mit weniger Geld und weniger Personal.
Vorgaben der Politik: Eigeneinnahmen steigern, dh unternehmensethisch betrachtet: Kommerzialisierung.

-„Auf der Bühne eingeforderten Grundwerte: Rechte, Menschenwürde … werden in den Betrieben nicht umgesetzt.“

(-> Global Compact Unternehmensselbstverpflichtung, darauf bezieht sich „Art but Fair“.)

– Es geht nicht um Zwang und Druck bezüglich der Selbstverpflichtung, es geht darum einen Umdenkensprozess in Gang zu bringen.

– „There is no way to peace, peace is the way.“

– Bsp. für moralisch unhaltbaren Zustand für ein Unternehmen, das von Bürgern finanziert ist: Von der Bühne seit ewig Gleichberechtigung, gleiche Entlohnung für gleiche Arbeit gibt es aber an quasi keinem Theater.

– Lohngerechtigkeit als Forderung, gerecht im Kontext mit künstlerischer Tätigkeit, ist sehr ungenau, angemessene Vergütung besser.

– Großes Problem mit der Politik: Sie ist ahnungslos, worum es zB bei Theaterbetrieben überhaupt geht. Bereits detailreiches und langfristiges miteinander reden, kann etwas bewirken (Bsp. Freiburg).

– Wichtig ist der diskursive Prozess.


*Herbert Mondry – BBK*

– Herbert BBK: Wir müssen darüber nachdenken, ob und wie wir das Art but Fair-Konzept, Selbstverpflichtung etc. auf die Bildende Kunst übertagen wollen.

– Die Situation in Berlin verschlechtert sich weiter! Keine bezahlbaren Wohnungen, Verdrängung an den Stadtrand der Künstler, keine guten Jobs, mit denen man künstlerische Arbeit finanzieren kann.

– Die Ergebnisse der Bemühungen der Freien Szene um die City-Tax, katastrophal!

– Das Schlimme im Kulturausschuss: Nur Grüne und Linke, die sich für den Kulturausschuss eingesetzt. CDU und SPD sind im Ausschuss mit keiner Initiative sichtbar geworden, eher haben sie abgewiegelt.

– Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten haben immer wieder signalisiert, dass sie etwas für die Freie Szene machen wollen. Von dort ist nichts gekommen, kein Antrag, kein Vorschlag, kein Ziel wofür die Gelder der City Tax verwendet werden können. Man fragt sich, was ist denn da los? Was ist das für eine Kulturverwaltung? Braucht man die, wenn sie eh nichts machen?

– Was jetzt? Forderungen stellen, dass trotz der schlechten Ausgangslage Geld aus der City-Tax in die freie Szene fließt. Die Forderung: 5 Mio für einen Fond. Schwerpunkte: Projektförderung.

– Im Gegensatz zu Berlin hat die SPD auf Bundesebene einige vernünftige Forderungen.

– Zu K2, was ziemlich in die Hose gegangen ist. Scheinrealisierung der Forderung von „Haben und Brauchen“. Ausführende Agentur ist nicht besonders kulturverständig.

– Jetzt ein neuer Versuch: Eingeladen zum Jour Fixe: einige Kulturvereine, Weissensee, verschiedene.
-Es soll Geld geben, im nächsten Jahr, für einen strukturierten Dialog mit der Kulturverwaltung, Workshops….
-Fraglich ist, was soll das geben? Mit 60 Abgeordneten gesprochen, Pressearbeit, Dialog in der ganzen Stadt, alles hat nichts genützt. Aber wir verweigern uns trotzdem nicht.


*Jetzt ein junger Künstler zur KSK*

– Sonderbare Entwicklung bei der Mitgliederpolitik: Für Viele, die direkt von der Akademie kommen, wird es immer schwieriger, überhaupt in die KSK aufgenommen zu werden und auch in ihr zu bleiben.
– Es muss relativ schnell klar gemacht werden, dass Erwerb aus Kunst gewinnbringend ist. Das wird innerhalb der ersten fünf Jahre von Studienabgängern erwartet.
– Ein Gewinn von über 3500 Euro wird erwartet, wobei Erlöse aus staatlichen Quellen, die bei jungen Künstlern häufig sind (Stipendien, Förderungen…) nicht angerechnet werden können.
– Es wird immer schwieriger, dieses Ziel zu erwirtschaften und gerade die jungen Künstler werden extrem kontrolliert.
– Bei der KSK wird immer mehr marktwirtschaftlich gearbeitet.
-Verstärkte Mitgliederkontrollen, also den Künstlern.
– Die Mitgliederpolitik bevorzugt Publizisten, Agenturbranche, etc., für echte Künstler wird es schwierig.
– Auf der anderen Seite, praktisch keine Abgabekontrolle.
– Übertragen auf Rentenversicherung. Diese klagt über die hohe Kosten zur Erhebung.

– Fazit: Ziel der KSK ist gefährdet.

LINKS:

BBK Mitgliederversammlung: http://www.bbk-berlin.de/con/bbk/front_content.php?idart=2921&refId=199

art but fair: http://artbutfair.org

Koalition der Freien Szene: http://www.berlinvisit.org/

Haben und Brauchen: http://www.habenundbrauchen.de

City Tax Berlin in der kunstsquad soup: http://kunstsquad.soup.io/tag/City%20Tax

( @k_propaganda und @la_lioness)

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