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Dienstag 19.November 2013 um 20:00 Uhr

Thema: Europäisches Urheberrecht

  • Impulsvortrag von Bruno Kramm mit anschließender Diskussion

Ort: Bezirksbüro Friedrichshain/Kreuzberg, Grünberger Strasse 14, 10243 Berlin link

Mehr von Bruno Kramm in seinem Blog: http://brunokramm.wordpress.com/

Resümee des Vortrags (ein Audiofile wird demnächst verlinkt):

Bruno berichtete darüber, wie das Urheberrecht entstanden ist und wie es sich in Deutschland, England und den USA entwickelt hat. Jedes Land hat seine eigenen Regelungen in Europa, wobei es hier bereits Unterschiede bei der Definition gibt. In Deutschland spricht man von einer persönlichen Urheberschaft, in England bezieht sich das Copyright eigentlich nur auf die Erstellung von Kopien eines Werkes. In Deutschland waren bei den ersten Verhandlungen der Regelung des Urheberrechts Verlage stark involviert, vor allem die Verleger der Werke von Karl May, welches zu dieser Zeit zu einem der umfangreichsten zählte. Eindeutig ist hier der Grundstein für die heutige Verwerterindustriengelegt worden. Zwar war England das erste europäische Land, das versucht hatte, eine Regelung zu finden, allerdings waren diese auf das Copyright beschränkt d. h. auf die Vervielfältigung beschränkt und somit als Modell für die Verwerter nicht so interessant.

In früher Kulturen z.B. der Maja war der schöpferische, kreative Prozess inspiriert durch die Götter und der Künstler das Gefäß und Werkzeug diese Visionen umzusetzen. Entsprechend wurde er von der Gemeinschaft genährt und respektiert. In Asien baute die künstlerische Entwicklung stets auf dem Vorhandenen auf, was wiederum ein persönliches geistiges Eigentum ausschloss. Kunst und Kultur waren ein allgemeiner schöpferischer Prozess und somit natürlich für Verwerter nicht geeignet. Durch die Regelung des Urheberechtes, das einen personifizierten Anspruch auf geistiges Eigentum festschreibt, wurde aus der kulturellen Identität einer Gesellschaft ein Kulturprodukt, das entsprechend eines industriell gefertigten Produkts vermarktet werden kann. Immer mehr Länder haben diese Grundlage für die Regulierung übernommen und selbst in China werden in der letzten Zeit immer mehr Ansprüche auf eine persönliche Urheberschaft angemeldet.

Jedes Land hat unterschiedliche Fristen, was die Nutzungsrechte an den Urheber bindet. Über die letzten Jahrzehnte wurden diese immer mehr ausgedehnt. In Harmonisierungsabkommen werden die grenzüberschreitenden Regelungen weltweit fixiert, so gilt beispielsweise in Mexiko für aus Deutschland kommende Publikationen statt 70 Jahre die in Mexiko übliche Schutzfrist von 150 Jahren. Auch in der EU gibt es bisher kein einheitliches Urheberrecht, sondern ein Harmonisierungsabkommen bzw. entsprechende Entwürfe. Gerade auf der EU-Ebene ist die Lobby der Verwerter sehr aktiv und erfolgreich ausformulierte Entwürfe für das  Harmonisierungsabkommen einzubringen. Allerdings liegen auch genau hier, im EU-Parlament, für die Piraten die Chance eine revolutionäre, zeitgemäße Änderung des Urheberechtes zu bewirken… auch wenn es Zeit brauchen wird…ganz gemäß des kunstsquands Mottos „Langsam ist das neue schnell“

(la_lioness)

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